Der Rundfunk wird digital ...

DRM steht für Digital Radio Mondiale und ist ein weltweit offener Standard für das digitale Radio auf Kurz-, Mittel- und Langwelle. Dieses System kann als universelles bzw. offenes System weltweit eingesetzt werden. 

 

Deutsche Welle - DRM QSL Karte

DRM zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Übertragungsqualität aus. Im Vergleich zu einer analogen AM-Übertragung ist der Unterschied sofort hörbar. Außer der annähernden UKW Qualität bietet das DRM-System die Möglichkeit, Text- und Daten-dienste zu übertragen. Dieser zusätzliche Inhalt kann auf DRM-Empfängern angezeigt werden. Abweichend von anderen digitalen Systemen, die eine neue Frequenzzuweisung benötigen, kann DRM die existierenden AM- Rundfunkbereiche auf Kurz-, Mittel- und Langwelle weiter benutzen. Die meisten vorhandenen Sender können ohne großen Aufwand für den DRM Betrieb modifiziert werden.

 

DRM-Empfang mit dem DRM Software Radio: DRadio Wissen sendete bis Ende September 2012 sein Programm in DRM auf der ehemaligen Mittelwellenfrequenz von RIAS 2, Berlin (Britz) 855 KHz. Es wurden zwei Audiodienste (Hauptprogramm und Nachrichten), sowie der Textinformationsdienst "Journaline" bereitgestellt.

 

DRadio Wissen Berlin (Britz) 855 KHz, leider off air

Mit Journaline wurden zusätzliche Informationen in Textform übermittelt. Journaline wird auch innerhalb des in Deutschland im August 2011 neu gestarteten Digitalradios DAB+ angeboten. (siehe weiter unten).

 

DRadio Wissen 855 KHz Journaline

 

RTL Radio - DRM QSL Karte

DRM kann in stationäre und mobile Geräte integriert werden. Leider gibt es bis heute nur wenige Empfänger, welche den DRM- Empfang einschließlich der genannten Daten-dienste bieten. Für experimentelle Zwecke am PC existieren Softwareempfänger. Die Über-tragungssicherheit des DRM-Signals kann entsprechend der  physikalischen Aus-breitungsbedingungen, von denen dieses Übertragungsverfahren nach wie vor abhängig ist, angepaßt werden. Eine Entscheidung des DRM- Konsortiums aus dem Jahr 2005 beinhaltete die Erweiterung des DRM-Systems auf alle Rundfunkbänder unterhalb von 108 MHz. Damit sollten folgende Bandbreiten abgedeckt werden: 47 MHz bis 68 MHz; 65.8 MHz bis 74 MHz; 76 MHz bis 90 MHz; 87.5 MHz bis 108 MHz.

Diese Systemerweiterung hatte den Projekt-namen DRM+. Die rasante Entwicklung der Breitbandtechnik und die hohe Dichte an FM und DAB+ Sendern führten letztendlich dazu, dass die Projekte um DRM bzw. DRM+ in Deutschland und in den meisten europäischen Staaten aufgegeben wurden.

 

Bestätigung einer DRM Übertragung aus Luxemburg

DAB steht für Digital Audio Broadcasting und ist ein digitaler Übertragungsstandard für den terrestrischen Empfang von Digitalradio. Die nutzbaren Frequenzen liegen im Vergleich zu DRM im Bereich zwischen 30 MHz und 3 GHz. DAB wurde in Deutschland bereits 1995 eingeführt, aber leider eher stiefmütterlich behandelt. Am 01. August 2011 startete in Deutschland das Digitalradio als DAB+ neu durch und scheint sich endlich, wenn auch langsam durchzusetzen. Sollten sich die Sendernetzbetreiber entschließen können, die Sender mit etwas höheren Strahlungsleistungen zu fahren, wird sich die Akzeptanz und der bei allen digitalen Übertragungsverfahren problematische Indoorempfang drastisch verbessern. Im Kanal 5C (bundesweites DAB Gleichwellennetz) sind bereits neben den bekannten Radiosendern auch die aus dem DRM Verfahren vertrauten Datendienste (Programminfos, Programmguide bzw. Journaline) vertreten.

 

DAB Programmliste- und Infos in Sachsen-Anhalt

 

Journaline im DAB Deutschlandmultiplex